22
Mai
2010

Entschieden?!

Gestern hatte ich mein zweites Bewerbungsgespräch, mit Betonung auf Gespräch. Das hat richtig Spaß gemacht, nicht nur, weil die beiden total locker drauf waren und man daher nicht das Gefühl hatte, sich verkaufen zu müssen. Man bekam sogar direktes Feedback, was sie von einem halten. Gut, sie können sich das auch leisten. Für 15 Plätze, die sie zu besetzen haben, haben sie 17 Bewerbungen reinbekommen, wobei wohl nur 7 so waren, dass sie davon ausgehen, dass das ernst gemeint war... wenn ich das mal grob nachrechne, sind das also die 4 aus deren eigener Distansstudiengruppe und wir 3, die wir von der nördlichen Grenze kommen. Alles in allem, wenn wir nicht eine Behörde wären, in der alles seinen bürokratischen Gang gehen muss, hätten sie die Arbeitsverträge gleich gestern auf den Tisch gelegt. Und die Chance wäre groß, dass ich unterschrieben hätte.
Jetzt steht die Frage im Raum, ob ich mich nicht eigentlich schon entschieden habe. Deren Planung für den Anwärterdienst gefällt mir bedeutend besser, als die hiesige. Das gigantische Plus ist allerdings: sie garantieren mir den Job, den haben will, nach dem abgeschlossenen Anwärterdienst. Das können die hier nicht. Und jetzt wo draußen alles schön grün ist und das Wasser im See glitzert, hab ich auch nicht wirklich Lust umzuziehen. Man soll keine verhasteten Schlüsse ziehen, schließlich weiß ich noch nicht, was man mir hier anbietet und ich war noch nicht einmal bei allen Interviews, aber im Augenblick ist das positive Angebot von gestern schwer zu überbieten.

20
Mai
2010

Guter Rat

Also Leute, ich sag euch eins, legt euch nicht mit der Polizei an...schon gar nicht, wenn diese mit Pfefferspray bewaffnet ist. Spätestens in dem Moment, wo der Polizist die kleine Spraydose in die Hand nimmt, würde ich dringenst empfehlen jegliche Feindseligkeit einzustellen! Das Zeug ist fies...richtig bösartig sozusagen.
Im Rahmen der Ausbildung durften wir das Zeug heute testen, in geordneten Formen natürlich, also nicht eine komplette Spraydusche sondern nur ein bisschen Spray auf einen Finger, der dann in einen Augenwinkel gedrückt wurde. Und dann sollten wir 90 Sekunden lang agieren... man kann ziemlich ruhig sagen, dass das die längsten 90 Sekunden eines Lebens waren...besonders die ersten 60 schienen kein Ende zu nehmen. Und bis man sich dann saniert, also das Zeug wieder aus den Augen gewaschen hatte, hat es bedeutend länger gedauert! Und das war, wie gesagt, nur ein Bruchteil dessen, was man bei einem direkten Treff abbekommen würde.
Fazit: probiert es lieber nicht aus!

13
Mai
2010

Es wird ernst

Ja, jetzt wird es wirklich ernst. Gestern hatte ich mein erstes "Bewerbungsgespräch", hier in der Region. Und auch wenn ich die drei Tanten, sie saßen, kenne, so kann ich nicht behaupten, dass dieses Gespräch irgendwie angenehm war. Im Gegenteil.
Genau wie bei dem Gespräch, was man im Rahmen der Bewerbung zur Ausbildung hatte, geht man aus dem Raum und dann fallen einem alle guten Antworten ein. Das Gefühl, dass das total daneben ging, lässt sich partou nicht abschütteln. Andererseits...wie gesagt, das war schon beim ersten Gespräch so und irgendwas müssen sie da ja gesehen haben, was zu Folge hatte, dass man zur Ausbildung angenommen wurde.
Nunja, in spätestens 70 Tagen wird man eine Antwort haben. Die Zeit kann man sich ja mit weiteren Bewerbungsgesprächen vertreiben. Das nächste kommt nächte Woche Freitag.

11
Mai
2010

Wir haben Monatslohn

Da hat man sich einen halben Tag lang eine Vorlesung zum Thema Todesfälle angehört. Sehr interessant und äußerst wichtig natürlich. Der Grundtenor des Ganzen: Wir haben Monatslohn...also bloß keinen Stress, wenn das eben einen Tag lang dauert, dann dauert es eben. Gewissenhafte Arbeit ist besonders in solchen Fällen bedeutend wichtiger als schnelle Arbeit. Die Jungs waren aber nett und haben nur Bilder in der Präsentation gehabt, die nötig waren um zu erklären, wie eben sichere Todeszeichen aussehen oder wie es an einem Platz aussehen kann, auch wenn es kein Verbrechen war... völlig unglaublich auf welche Ideen verzweifelte oder gestörte Leute kommen!
Wie gesagt, sehr interessant und sehr lehrreich.
Trotzdem möchte man, wenn man nach Hause kommt, vielleicht doch lieber an etwas anderes Denken oder über etwas anderes Reden. Aber wenn ein Tag nunmal dem Tod geweiht ist, dann ist dem wohl nicht zu entkommen und man wird von einem Status begrüßt "Wenn du morgens eine Leiche in der U-Bahn siehst, weißt du einfach, dass es kein guter Tag wird." Was soll man da noch sagen? Wir haben Monatslohn und bekommen am Ende wenigstens dafür bezahlt soetwas zu hantieren, mal ganz zu schweigen von der Möglichkeit das Gesehene zu bearbeiten. Diejenigen, die einem erstochenen 18-jährigen morgens in der U-Bahn begegnen haben weder das Eine noch das Andere.

3
Mai
2010

Die Welt ist ein Dorf

Sachen gibts, die gibts gar nicht!

Als ich heute meinen Laptop wieder zu Reparatur gebracht habe, wurde ich von dem gleichen freundlichen jungen Mann bedient, bei dem ich den Rechner am Freitag nach der vorangegangen Reparatur abgeholt hatte. Das Namensschild weist den allgemeinen Sammelbegriff "Christian" aus, dem Akzent nach, hätten wir uns auch den Umweg über die schwedische Sprache sparen können, Nach einer Weile erkundigte er sich höflich, ob ich aus Schweden sei, lehnte dann aber das Angebot das Gespräch auf deutsch fortzusetzen ab...war ihm wohl peinlich vor den Kollegen.
Dann fragte er wo aus Deutschland ich herkomme. Dabei stellte sich heraus, dass er aus der gleichen Kleinstadt kommt, wie ich. Und damit nicht genug, er hat im gleichen Wohngebiet gewohnt, später in der gleichen Stadt, in der ich aufs Gym gegangen bin, als Polizist gearbeitet. Meine alte Schule kennt er natürlich und erwähnte, dass es da ja witziger Weise jemanden mit gleichem Namen gäbe (Yogi, falls du jetzt an genau DEN denkst, denkst du richtig ;-))... ich lache mich fast scheckig, ja, den kenne ich und im Rahmen des Möglichen rechne ich den sogar zu meinen Freunden. Seine Eltern waren Kunden bei meinen Eltern und wohnen nun im Nachbardorf.

Und da trifft man sich...in einer mittleren Stadt im Norden Schwedens...krass.
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