1
Feb
2009

Warmfront

Strahlend schönes Winterwetter verspricht der Meteorologe, zeigt auf die Temperaturkarte hinter sich und erklärt, dass sich im Laufe des Tages eine Warmfront langsam von Norden her über das Land ausbreiten wird.
Ich stutze. Die Karte zeigt Mittagstemperaturen von -9 Grad in meiner Gegend. Warmfront?
Ich werfe einen Blick auf das Thermometer. -18, 4. Ah, verstehe, Warmfront!

31
Jan
2009

Immer noch unwirklich

Irgendwie ist das immer noch nicht richtig bei mir angekommen, dass es nur noch ein Monat ist, bis ich meine Ausbildung beginne.

Jetzt maile ich seit ein paar Tagen mit meinen zukünftigen Kommilitonen, wir verabreden Fahrgemeinschaften und suchen nach den günstigsten Übernachtungsmöglichkeiten für die Blockstudien. Das ist alles so surrealistisch für mich.

Kneif mich mal jemand, das kann nicht wahr sein.

29
Jan
2009

Schwedische Zeitrechnung (2)

Irgendwann im Oktober kam mal ein Anruf, der mir mitteilte, dass gegen Ende November ein Treffen aller neuen Polizeischüler meines Gebietes geplant sei.
Nunja, dass die schwedische Zeitrechnung hin und wieder etwas anders funktioniert, hatte ich ja bereits früher schon erwähnt, aber dieses Mal haben sie sich selbst übertroffen.
Heute..also Ende Januar, kam die Mail, die das besagte Treffen auf den 11. Februar ankündigt.
Immerhin, wir, die wir in der Distanzausbildung beginnen, bekommen das Informationstreffen noch vor Studienbeginn. Die armen Wesen, die in campusgebundene Studienklassen verbannt wurden, haben ihre Ausbildung bereits begonnen und daher sicher reichlich wenig Nutzen von diesem Treffen.
Nächste Woche soll dann auch schon der Infobrief mit Literatur- und anderen Hinweisen kommen... dann doch schon .. WOW.

23
Jan
2009

Bürokratie

In Vorbereitung auf die Ausbildung und das was hoffentlich danach kommt, darf ich den Prozess eines Gewerkschaftswechsels durchlaufen.
Dazu muss ich vielleicht erklären, dass Gewerkschaften hier einen etwas anderen Stand haben. Im Gegensatz zu deutschen Verhältnissen gibt es in Schweden nur eine Krankenkasse, aber x Arbeitslosenkassen, denen man zugehörig sein kann. Bis vor einem Jahr oder so, waren diese Arbeitslosekassen mehrheitlich an jeweils eine Gewerkschaft gebunden. Inzwischen wurde das aufgelöst, so dass man die Gewerkschaft verlassen kann ohne die Arbeitslosenversicherung zu verlieren und umgekehrt. Gleichzeitig ist man über seine Gewerkschaft versichert, Haftpflicht, Hausrat, Auslandskrankenschein und wenn man das will auch Auto, Haus oder Boot. Aus diesem Grund bin ich sehr vorsichtig bei dem bevorstehenden Wechsel, nicht dass sich herausstellen sollte, dass ich plötzlich ein paar Monate nicht versichert bin.

Wie geht das nun?
Zunächst einmal empfiehlt meine zukünftige Gewerkschaft, dass man beim Wechsel als Student bis zum Ende der Ausbildung in seiner alten Arbeitslosenversicherung bleibt, weil man als Student ja eigentlich nicht arbeitet und daher nichts in deren Arbeitslosenkasse einzahlt und bei einem Austritt aus der anderen Kasse die eingezahlten Jahre und damit Pensionsanspruch etc pp verlieren würde. Oha, muss ich da vielleicht irgendwas extra anmelden? Um Fehler zu vermeiden habe ich vor so etwa 3 Wochen bereits eine Mail an meine Arbeitslosenvesicherung geschickt, die jedoch ohne jegliche Antwort blieb.
Gestern habe ich dann endlich mal angerufen.
Erste Reaktion: "Äh, weiß ich auch nicht. Das müsstest du mit der Mitgliederverwaltung klären, wart ich geb dir die Nummer."
Nach längerem Suchen und Rückfrage an einen Kollegen findet sie tatsächlich die entsprechende Nummer.
Zweiter Anruf, nanu, plötzlich bin ich bei der Gewerkschaft nicht bei der Arbeitslosenversicherung. Ich erkläre der netten Dame ein weiteres Mal mein Anliegen.
"Ist das dann ein Gewerkschaftswechsel oder ein Austritt?"
"Naja, das müsste doch ein Wechsel sein." (wenn die das nicht weiß, woher soll ich das wissen?)
"Okay, dann schick ich dir die Papiere für die Bestätigung nach Hause." Wir klären ab, dass sie alle die richtigen Daten von mir hat. "Oh, wart mal, wenn du nicht mehr in der Gewerkschaft bist, dann gehörst du ja nicht mehr zu unserer regionalen Versicherung hier, sondern zur allgemeinen. Da kann es sein, dass du dort erst einen Aufnahmeantrag stellen musst. Da bin ich grad unsicher. Warte Mal, ich klär das eben ab und ruf dich zurück."
Diesen Punkt hatte durch Internetrecherche sogar ich schon verstanden. Aber in Ordnung, soll sie mal nachfragen.
5 Minuten später, Telefonat Nummer 3:
"Aaaalso, die Sache ist die, das ist gar kein Wechsel sondern ein Austritt, weil du ja in deiner neuen Gewerkschaft nicht als Vollmitglied sondern nur Studentenmitglied bist."
"Was spielt das denn für eine Rolle?"
"Das is sozusagen der Grund aus dem du das Recht hast, bis auf Weiteres in unserer Arbeitslosenversicherung zu bleiben."
- Okay, das versteh ich jetzt zwar nicht ganz, weil rein rechtlich sollen Versicherung und Gewerkschaft ja nun unabhängig sein, aber gut.
"Ja und für einen Austritt musst du bei uns kündigen, du hast 3 Monate Kündigungsfrist, ich brauche also deine Kündigung umgehend."
- Wiebitte? 3 Monate Kündigungsfrist? Mensch da komm ich ja schneller aus meinem Telefonvetrag raus!
Sie sagt mir freundlicher Weise, was ich da schreiben soll in der Kündigung.
"So, das schickst du dann heute noch ab, dann hab ich das morgen zur Berarbeitung. Der Übergang in die allgemeine Versicherung geschieht dann automatisch."
"Äh, soll ich dann jetzt noch warten mit dem Eintritt bei der neuen Gewerkschaft?"
"Du bekommst dann Papiere nach Hause geschickt, da ist das alles erklärt. Da wirst du dann sehen, dass das alles ganz einfach ist."

Ihr Wort in Gottes Gehörgang, Eigentlich kann es ja nur einfacher werden, wenn ich mich und meine schwarze Seele endlich erstmal auf eine Sache und Stelle konzentriert habe.

17
Jan
2009

Observation

Ich habe meinen kleinen Projektjob überlebt und wir (4 Mädels, die sich da reingeteilt haben) sind glücklicher Weise der schlimmsten Kälte entgangen.
Zwar waren am Donnerstag Minus 15 Grad, aber da kaum Wind war, war das gar nicht so schlimm. Bloß gut, dass wir nicht gestern (Freitag) da stehen mussten um Leute zu zählen, da waren es nämlich unter Minus 20 und das wäre sicher nicht lustig gewesen.

Heute waren ja nuuuuur Minus 4, ist doch rein gar nichts. Dumm nur, dass die Stadt uns wieder einmal daran erinnern musste, dass wir uns an der Küste befinden, der Wind war einfach nur eisig und teilweise recht stark. Dazu kommt noch, wer fährt schon am Samstagvormittag mit dem Zug (oder hält sich an einem Bahnhof außerhalb des Stadtzentums auf)? Richtig, so gut wie gar keiner. Kurz nach Arbeitsbeginn 8 Uhr ging tatsächlich ein Zug ab in die große Hauptstadt im Süden. Danach - Totenstille- 2 Stunden lang kein einziger Zug, dementsprechend Ewigkeiten keine einzige Person in Sicht, die gezählt werden möchte soll. Auch verspricht Ankunft-Abfahrtsanzeige des Tages keinen größeren Ansturm von Menschenmassen. Immerhin, um 9:45 (statt wie den Öffnungszeiten zu entnehmen 9 Uhr) öffnet der Kiosk. Wir warten den "Menschenauflauf" in Folge des zweiten Zuges des Tages ab und holen uns Tee. Nee, so geht das nicht, drinnen können wir nicht stehen, weil man da nicht alle Leute sieht, draußen können wir nicht stehen, weil es einfach eisig ist und man sich Tod und Teufel an den Hals holt. Nachdem das nun schon der dritte Tag ist, an dem wir dort stehen, hat man natürlich gemerkt, dass kein Hahn nach der "5-Minuten-Parkzone" direkt vor dem Haus kräht. Also, Auto holen - einsteigen - Sitzheizung an - waaaaarm - und vor allem: KEIN WIND. Da sitzen wir nun, mit unseren kleinen Klickern, der Klemmmappe mit der Rapportlist, Tee in Pappbechern und halten Ausschau nach den nicht vorhandenen Menschen.
Plötzlich gucken wir uns an, fangen hysterisch an zu lachen. "Wenn wir hier schon eine Überwachung machen - WO SIND DIE DONUTS?" Donuts gehören doch einfach zu jeder Observation, sieht man in jedem Krimi, der was von sich hält.

Vielleicht ein kleiner Ausblick auf die Zukunft?

Kalt war's - aber Spaß gemacht hat's irgendwie trotzdem, nicht nur, weil es bedeutend besser bezahlt wurde als der Job, den ich normalerweise mache... erschreckend.
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